Pflegefall aktuell

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Früh planen und sich freuen
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Gut versorgt im Alter: Stationäre Pflege
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Sendung Betrifft vom 25.03.09 auf swr3 Thema: Pflegefall Schaeferhund – Vom Ende einer deutschen Legende Teil 2/5.

Frühlingsabend am Bethanien-Krankenhaus Chemnitz Zeisigwaldstraße 80
Pflegefall
Bild von Uwe Kaufmann1
Beim Anblick dieser mondänen Villa kaum vorstellbar, aber hier seht Ihr das „Haus, in dem man sich des Elends annimmt“. Diese etwas freiere Übersetzung des Namens des schon in der Bibel erwähnten Ortes Bethanien in der Nähe von Jerusalem wurde nicht nur zur Bezeichnung, sondern auch zum Leitspruch des Diakonissenhauses an der Zeisigwaldstraße 80 in Chemnitz.
Glaube, Liebe, Hoffnung – symbolisiert durch Kreuz, Herz und Anker in deren Logo stellen eine Trias dar, die uns dank Polyfoto noch vom Schauspielhaus her ein wenig in Erinnerung ist.
www.flickr.com/photos/polyfoto/4331059596/in/photostream/
Was um 1903 die beiden evangelisch-methodistischen Schwestern des bethanischen Stiftsordens in Hamburg bewogen haben mag, hier in Chemnitz, zunächst in der Henriettenstraße 26, eine Filiale aufzubauen, weiß wohl der liebe Herrgott nur allein. Die Wahl des Ortes hingegen scheint erklärlich, hatte man doch in unmittelbarer Nähe die genau dazu passende religionsspezifische Andachtsstätte, die heute noch existierende Friedenskirche am Kaßberg. Es handelte sich, heute würde man das ganz im weitesten Sinne als ambulanten Pflegedienst bezeichnen, nur daß nicht die rein medizinische Versorgung im Vordergrund stand, sondern auch immense pflegerische und soziale Problemfälle zu bewältigen waren. Mit fortschreitender Industrialisierung, damit auch rapidem Bevölkerungszuwachs nahm leider auch die Verelendung des kleinen Mannes und seiner Familien immer schlimmere Ausmaße an und in gleichem Maße stieg die Nachfrage nach den caritativen Diensten der als solche bezeichneten „Grünen Schwestern“. Klar, daß die Räume bald nicht mehr ausreichten und alle aus der Not gemachten Tugenden sich bald als hoffnungslos unzureichend erweisen mußten. Nicht ganz ohne Grund wurde also zum 25.Jahrestag der Gründung der Ruf nach einem eigenen und größeren Gebäude laut, doch nicht der Kontext zu dem besagten Jubiläum dürfte dafür den Ausschlag gegeben haben, sondern eher der Kahlschlag der damals gerade hereinbrechenden Weltwirtschaftskrise mit ihrer einhergehenden Inflation, was so manchem bis dahin erfolgreichen Unternehmer das Genick brach – … – und so manche blickfangende Fabrikantenvilla herrenlos machte, um dann preisgünstig ersteigert zu werden. So geschehen auch beim Haus an der Zeisigwaldstraße 80, das 1931 erstmals seine Pforten als Diakonie-Krankenhaus öffnete, nunmehr unter bethanischer Trägerschaft (zunächst noch ohne festen Arzt, ein solcher kam nur anforderungsweise ins Haus, ähnlich wie das heute in Pflegeheimen der Fall ist). Bis zur nächsten konkordanten Betstätte, der evangelisch methodistischen Erlöserkirche an der Klarastraße/Ecke Dresdner Straße war es zwar nunmehr etwas weiter, dafür lag aber das sächsisch-königliche Militärlazarett (zugehörig zum Kasernenkomplex an der Heinrich-Schütz-Straße, ehem. Leninstraße, vor dem Krieg Planitzstraße) wesentlich näher, was sich in der Folgezeit wiederholt als Überlebenselixier für das Diakonissenhaus erweisen sollte. Nach dem Krieg blieb das Bethanienheim noch lange selbständig und war in Chemnitz das einzigste „Villen-Krankenhaus“, was bis zur Wende und darüber hinaus noch als solches existierte. In den ersten Nachkriegsjahren widmete man sich zunächst vorrangig geburtshilflichen Aufgaben, aber mit zunehmend besser gewordenem Ruf der Frauenklinik als geeignetem Ort für eine Niederkunft dominierte rasch das ebenfalls dort eingerichtete Reich der HNO-Heilkunde in der alten Unternehmervilla mit den schätzungsweise 40 Betten. Ihr bekanntester Repräsentant war der (später auch CDU-Volkskammer-Abgeordnete) SR Dr. Böttrich, der als einer von ganz wenigen Ärzten schon zu DDR-Zeiten in privater Niederlassung praktizieren durfte (an der Zschopauer Str.- nahe der Lutherstr.) und in besagter Klinik fleißig operierte, wo er auch Belegbetten hatte. Daß sich das konfessionell geführte Haus die gesamte DDR-Zeit hindurch hielt, dürfte mehreren Umständen zuzurechnen sein, der wichtigste war die enge Nachbarschaft zu dem bereits erwähnten auf der anderen Straßenseite gelegenen, schon lange etablierten Militärlazarett (um 1905 übergeben, wenn ich die verschiedenen Angaben mal mitteln darf) – später Lenin-Krankenhaus. Es entwickelte sich eine ausgesprochen enge, fast freundschaftlich zu nennende Zusammenarbeit, ein bemerkenswertes Beispiel für eine sozialistisch-konfessionelle Kooperation, wie man es so nicht gleich wieder findet, die auch verbalisiert wurde mit dem freundlich saloppen Spitznamen „Sankt Lenin“. Der Staat war froh, mit seinen Teilfinanzierungen eine komplettes Krankenhaus für die Gesamtbevölkerung zur Verfügung zu haben und ließ die loyal zur DDR sich gebenden Bethanier gewähren, die wiederum froh waren, daß ihnen trotz ihrer „anderen“ weltanschaulichen Auffassungen niemand reinredete. Der andere Teil des Finanzbedarfes mußte aus Mitteln des Bethanienstiftes und aus Spendenaufkommen bestritten werden. Da braucht man kein Prophet sein, um sich ausrechnen zu können, daß es „eng“ zuging. Doch Freundlichkeit, Aufgeschlossenheit und Aufopferungsbereitschaft fanden die Patienten dort von Anfang ausreichend vor – … – Mitter der siebziger Jahre kamen dann noch fließend warmes Wasser und Fernheizung hinzu !! Die „Lenin-Jünger“ halfen den Diakonissen in den engpässlichen DDR-Zeiten über viele Notsituationen hinweg, war man doch froh, nach der Umverlegung der Inneren Klinik mitsamt ihrem renommierten Hämatologie-Professor Fiedler ins Stadtparkkrankenhaus weiter auf internistische Dienste dieser dort sich ebenfalls inzwischen entwickelten Fachrichtung zurückgreifen zu können. Außerdem nahm ihnen das Bethanien-Haus auch mal diesen und jenen Pflegefall ab, den das Stadtkrankenhaus anders nicht „los“ wurde (Pflegeheime hoffnungslos überfüllt, z.T. jahrelange Wartezeiten). Die besagte innere Abteilung mauserte sich nach und nach zu der noch heute gut bekannten Rheumaklinik, die untrennbar mit dem Namen ihres längjährigen ehemaligen Chefarztes Dr. Peschel verbunden ist. Doch wie das manchmal so ist im Leben, aus Außenseitern werden Spitzenreiter und umgekehrt. Die zunehmend erstarkte Muttergesellschaft des kleinen Villen-Krankenhauses am Zeisigwald, die nunmehr so heißende Bethanien GmbH, die zur der Zeit bereits zwei weitere und große Krankenhäuser unter ihren Fittichen hatte, war 1992 fähig und auch willens, das mittlerweile von den Kliniken und med. Einrichtungen Chemnitz GmbH zum Stiefkind gestempelte ehemalige Leninkrankenhaus zu „adoptieren“ – seitdem heißt es Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz GmbH. Geschätzt habe ich an den Bethaniern besonders ihre ausgesprochene Toleranz gegenüber atheistischen Anschauungen, die sie sich offenbar nicht nur auf die Fahnen geschrieben haben, sondern auch tagtäglich praktizieren. Heute, zum Ausklang des Grün Donnerstages, dessen biblischer Hintergrund auch bei den freidenkerischen evangelischen Methodisten die gleiche historische Rolle spielt, denke ich auch wieder gerne an „St. Lenin“, was ich durch verschiedene Fügungen auch von innen kenne und es würde mich sehr freuen, wenn dieser kleine Beitrag als Dankeschön verstanden werden würde für all das viele Gute, was in all den vielen Jahren für all die vielen dort einst behandelten Patienten getan wurde.
( Ansonsten hoffe ich, Ihr hattet ein angenehmes Abendmahl und wünsche Euch allen frohe Ostern und schöne Feiertage !!! )

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